Angekommen

Potsdam Mittelmark Natur

Bin lange still geblieben, aber ich habe einfach viel zu viele „Haltestellen“, die von mir gedanklich bedient werden wollten und an denen ich mich längere Zeit aufhielt, um zu verweilen. „Stillstand“ heißt daher für mich nicht dasselbe, wie für andere Leute, die entsprechend darunter zu leiden haben. Ich dachte vielmehr in den letzten Monaten intensiver darüber nach, wohin ich mich entsprechend meines Alters, künftig bewegen will und weniger daran, was von mir erwartet wird. Wir werden nicht jünger – an seinen Mitmenschen erkennt man, dass dem unweigerlich so ist.

Ilse Koppe feierte am 30. Juli 2020, ihren 95-igsten Geburtstag.

Ich bewundere einfach, wie die alte Dame an jedem Tag nach draußen geht, um sich in Bewegung zu halten. Aufrecht geht sie, trotz und mit dem Rollator, den sie braucht, seit sie mit dem Fahrrad vor ein paar Jahren, einen Unfall erlitten hatte. Gleich vormittags sind wir rüber, um zu gratulieren. Es freut mich jedes Mal, wenn ich sie sehe, denn Ilses vertrautes Gesicht hat sich kaum verändert, es ist noch immer so schön, wie vor bald 30 Jahren, als wir uns kennen lernten. Irgendwann verspürte ich das dringende Bedürfnis sie zu portraitieren und weil wir uns nah sind, gelang mir das auch, worüber ich heute sehr dankbar bin. Zu ihrem Ehrentage kamen viele – es war ein einziges Kommen und Gehen – während die betagte Dame bescheiden lächelnd, sämtliche Glückwünsche und Blumengebinde entgegen nahm. In Würde so alt zu werden wie sie, das ist nicht jedem vergönnt. Darum hoffen wir auf ein weiteres, sonniges Lebensjahr und möchten unserer lieben Nachbarin alles Gute dafür wünschen.

“Meine Nachbarin Ilse”, 2018

Ich spüre, dass nicht nur ich mein inneres Betriebssystem „heruntergefahren“ habe, um jene – das Leben hinterfragenden Gedanken – wirkungsvoll zu optimieren. Auch andere meiner Generation tun es. Sie trennen sich zurzeit bereitwilliger als noch vor Monaten von vielem, was überflüssig geworden ist und Luxus genannt wird. Und sie stellen sich notwendiger Weise auf kürzere Wege ein. Ilse hat ihre Familie ganz dicht bei sich, ihre Familie ist groß. Heute driftet man der Arbeit wegen aber immer weiter auseinander, wie die Kontinente auf unserem Planeten. Für uns „Alte“ von morgen sind daher weniger die Familie, als intakte Freundschaften wesentlich wichtig.

Unser Sohn zum Beispiel wird die nächsten Jahre in der Schweiz zubringen. Ich bin zwiegespalten, denn ich freue mich für ihn und Stolz erfüllt mein mütterliches Herz … doch trauere ich auch darüber, ihn künftig so weit entfernt zu wissen! Es gehört zum Berufsbild des Wissenschaftlers dazu Stationen im Ausland zu absolvieren. Freuen wir uns also über ein dazugewonnenes, neues Urlaubsangebot! Bei aller gebotenen Distanz kann auf liebende Weise jeder noch so große Abstand zueinander „gefühlt“ auch entsprechend minimiert werden! Umgekehrt bedingen ja mitunter auch geringere Abstände, nicht automatisch echte Nähe. 

Weshalb man sich vielleicht sogar manchmal vor Übergriffen schützen muss. „Corona“ half mir dabei, die eigenen Belange endlich wichtiger zu nehmen, weil sie auch bei mir deutlicher zutage traten. Ich wollte Respektlosigkeit nicht mehr einfach so hinnehmen, egal, wo auch immer sie mir begegnete. Ich zog Grenzen und verteidigte sie. Wer den Bogen überspannt, der weiß meist sehr genau, warum er das tut. Sanftes Dagegenhalten gegenüber Menschen, die sich selbst für schlau und andere für dumm halten – stellt auf Dauer jedoch keine zukunftsfähige Option dar. „Corona“ erteilte mir eine ganz wichtige Lektion darin, mich deutlicher noch in Durchsetzungsfähigkeit und in Selbstachtung üben zu müssen.

Geben und nehmen im Wechsel, so muss es sein.

In diesem Jahr stimmt die Mischung. Allgemein feuchter als die letzten Jahre, gibt es am Himmel immer wieder Wolken zu sehen! Ich empfand es fast schon als unheimlich, wie strahlend und mediterran kühl – ohne eine einzige Wolke am Himmel – sich das Himmelzelt im letzten Sommer wochenlang in Eisesbläue über der Landschaft wölbte. Dies Jahr wechseln sich Regen und Sonne ab und somit bleibt die stressige Überhitzung der Erdoberfläche erfreulicher Weise aus, denn eine Dunstglocke über der Landschaft behindert ein Zuviel an Sonnenlicht. Oberflächlich betrachtet scheint also alles gut zu sein.  

Die Pflanzen „stöhnen“ trotzdem. Mich erfreut darum besonders, wofür kaum einer echte Begeisterung aufbringen kann; so zum Beispiel im Monat Juni, Blühendes am Fahrbahnrand, das offensichtlich bewusst vom Straßenpflegedienst verschont worden ist. Manchmal handelte es sich nur um eine kleine, stachelnde Insel mit wunderbar, in kraftvollem Blau blühenden Natternkopfgewächsen. Mir erschien es wie ein “Statement”, wenn aus ansonsten sauber abgemähten Flächen, solche Inselchen herausragten.

Ein Zeichen der Vernunft!  Ein einzelner, naturliebender Mensch kann nämlich viel bewirken!

Auch auf sämtlichen Ackerteilstücken und den Rändern von Feldern durften in diesem Jahr allerlei Wiesenblumen und Gräser auf sogenannten „Blühflächen“ gedeihen und es blühte so artenreich, dass ich mich an die Tage meiner Kindheit erinnert fühlte. So ein schöner Anblick – als alles gleichzeitig blühte! Auch andere Menschen stellten ihr Auto am Straßenrand ab, um ganz bewusst eine Pause für ein Foto mit ihrem Handy zu machen und begaben sich hinein in bunte, temporäre Oasen – oft in Familie und gemeinsam mit den Kindern. Auch in unserer Nähe blühte, sozusagen direkt vor der Haustür, in diesem Jahr der Klatschmohn ausgesprochen üppig und so reichlich, wie noch nie. Das Feld lag den Winter über brach und war nicht beackert worden, so konnten sich die Pflänzchen bestens entwickeln!

Eine andere insektenfreundliche „Blühfläche“, welche den Obstpanoramaweg in Plötzin begleitete, konnte man ebenfalls nicht übersehen. Ich beobachtete ihr Farbspiel, ging mal vormittags in die Wiese hinein, mal am späten Nachmittag und nahm gezielt die unterschiedlichen Stimmungen wahr, die mit dem Stand der Sonne variierten. So tauchte ich auch eines Tages kurz vor Sonnenuntergang ein in diese, von Menschenhand gestaltete und im Gegenlicht geheimnisvoll wirkende, krautige Natur und konnte mich kaum satt daran sehen! Eigentlich hatte ich mich über Kleinigkeiten geärgert, die mir zu schaffen machten, als ich nach getaner Arbeit daran vorbei kam und anhielt.

Die negativen Gedankenmuster verflüchtigten sich aber ganz schnell. Denn ein Chor von Grillen zirpte in diesem kleinen Biotop und viele Fluginsekten waren unterwegs und die Fülle der saftigen Stängel, durchsetzt mit unzähligen, transparenten und vom rötlichem Lichte durchfluteten, zartesten, vielgestaltigen Blütenblättern in sämtlichen Farben, sich windenden Ranken und haarigen Blättchen daran – all das wirkte unter Zutun der vielen Spinnen, die ihre glitzernden Fäden überall an den Halmen festgezurrt hatten, derart bizarr – dass ich es hier an dieser Stelle, als ein faszinierendes, „göttliches“ Spektakel, beziehungsweise als ein einziges „Gesamtkunstwerk“, bezeichnen will!

Inzwischen ist diese schöne, ehemals eifrig blühende Wiese, zu einer knisternden Samenschleuder geworden und ihr eher struppiges und trockenes Erscheinungsbild gefällt bei Weitem nicht jedem. Doch ist Natur nie das eine oder das andere, sondern immer alles zusammen! Nur der Ungeübte findet „hässlich“, was einem natürlichen Ablauf folgt und abstirbt, wenn seine Zeit gekommen ist. Man bedenke, auch Menschen sind in der Blüte ihrer Jahre attraktiv, allein, weil sie jung sind. Aber Schönheit wandelt sich. Man bleibt nicht das, was man gerne sein wollte! Kein Chirurg, Fitnesstrainer oder Zahnarzt wird die Spuren des Alters vertreiben, sondern diese nur mildern, beziehungsweise aufwendig restaurieren können. Dann sind die inneren Werte gefragter denn je, weil nun einmal „ab Fünfzig jeder selbst für sein Gesicht verantwortlich ist“, weil dann die Boni der Jugend fast alle aufgebraucht sind…

Frau Dr. Anneliese Hübscher – zu meiner Zeit Professorin für Kunstgeschichte an der HGB in Leipzig – machte einst diese Feststellung. Während ihrer Vorlesungen lachte sie sehr häufig so gewinnend und herzhaft aus tiefster Kehle, dass die Studentenschaft einfach mitlachen musste. Ihr sympathisches Lachen wurde auf diese Weise zu ihrem Markenzeichen, denn oft hörten wir sie bereits auf dem Flur zum Vorlesungsraum entlang kommen, bevor wir sie überhaupt sehen konnten.

Knistern in Verbindung mit Pieken und Kratzen – so lässt sich eine gealterte Wiese charakterisieren. Gut, wenn das Stückchen Natur unangetastet bleiben darf, damit die Samen reifen können und sich die Wiese reproduzieren kann. In ihren Hülsen überdauernde, letzte Samen, bilden eine begehrte Winternahrung für allerlei Getier und die vertrockneten Stängel bieten Zuflucht. Im Herbst wird das wilde Erscheinungsbild dann wieder sanfter, wenn nämlich der Bodennebel die spröden Halme förmlich mit einer Art „Weichzeichner“ versieht. Doch am apartesten wirken die Samenstände bei Frost! Jedes noch so kleine Härchen bekommt dann eventuell seine Chance auf den großen, glitzernden Auftritt.

Man kann es nicht sehen, wenn man als Kind nie wirklich „Sehen“ gelernt hat und als Erwachsener später dann, nicht zu schätzen weiß wie breit der Begriff „Schönheit“, sich fächern lässt. Das scheint zuerst nicht weiter schlimm, stellt aber in meinen Augen einen erheblichen Mangel der Persönlichkeitsbildung dar. Ist das der Grund, weshalb jemand seinen Berg mit Renovierungsmüll am Rande der Plötziner Wiese ablud – zu seinem schnöden Vorteil und auf Kosten der Natur? Es liegen jedenfalls Sachen dort herum, die eigentlich auf eine Sondermülldeponie gehören; ehemals dämmende Steinwolle zum Beispiel. Der Anblick von dreckigen Plastikplanen und leichten Styropor-Plastikplatten, die herrenlos umherfliegen und vom Winde auf die Straße und auf anliegende Grundstücke verweht werden, stört mein Schönheitsempfinden jedenfalls gewaltig.

Die Kontaktsperre und Isolierung der letzten Monate hatte auch vermehrte Naturaufenthalte von Menschen zur Folge, die sich wahrscheinlich ansonsten nicht für Wälder und Wiesen begeistern können. Ich habe das Gefühl, den einen oder anderen brachte es erst auf die Idee, seinen Unrat in die Landschaft zu kippen. Der begegnet mir auf meinen Wegen nämlich überall, auch im Lehniner Seengebiet. Dort haben augenscheinlich Angler – die doch eigentlich Naturfreunde sein müssten – davon gehe ich zumindest aus – an einer versteckten Stelle unglaublich viel Plastikscheiß und ekligen, organischen Abfall hinterlassen, dass ich mich schon frage, wieso die nicht zu Hause bleiben. Was treibt ausgerechnet diese Leute in die Natur?

Der Zauber von Werden und Vergehen jedenfalls nicht. Und auch nicht das Spiel der Jahreszeiten.

Lieber lebt man von einem Augenblick zum nächsten, im sogenannten „Hier“ und „Jetzt“. Das macht es leicht sich aller Unannehmlichkeiten zu entledigen. Was die Alten noch schätzten und welche Überlebensstrategien sie im Einklang mit der Natur für sich zu nutzen wussten, interessiert den Durchschnittsmenschen von heute wenig – anfällig und abhängig wie er deshalb ist – wirkt Corona hier ernüchternd, wie ein „Brennglas“ und fokussiert genau dorthin, wo es am meisten wehtut.

Mein Strauß

Ich habe solch eine Stelle auch. Saß in gewisser Weise einem “Bären” auf und glaubte, dass allein meine Arbeit, also das Werk, zählen würde. Doch inzwischen weiß ich, es sind die Beziehungen und die Einhaltung der Rangordnung, die wichtiger sind. Ich fand mich ständig äußerst unbequem „zwischen allen Stühlen“ – in Leipzig/Potsdam/Berlin sitzend – wieder und wunderte mich, nirgendwo anzukommen … sah mich jedoch der Gefahr ausgesetzt, sollte ich versuchen wollen in eine bestimmte Richtung zu tendieren, dass mir dabei mein Rückgrat bricht. Die Aussichten gegen seinen Charakter, in meinem Fall einen spröden, etwas  ausrichten zu wollen und dabei unbeschadet zu bleiben, sind gering.

Ich bleibe inzwischen gelassener, denke mir, innerhalb vieler aufgereihter, unterschiedlichster „Stuhlrichtungen“ kann es auch klüger sein, auf keinem (!) sitzen zu wollen, nur, um auf diesem dann, zu vertrocknen! Und ich sehe stattdessen also nun die Notwendigkeit ein, mir meinen eigenen “Sessel” aufzustellen. Situationen und Umstände bringen einen manchmal dorthin, wo man nie dachte, einmal zu sein. Sich nicht dagegen auflehnen, sondern damit umgehen und sich fallen lassen! Anders geht es nicht.

Wer einer vertrockneten Wiese Schönes abgewinnen kann, der ist schon sonderbar. Deshalb lockt mich momentan die Stadt auch überhaupt nicht. Immer öfter ergab es sich daher, nicht nur das Wochenende, sondern einfach so und zwischendurch, einen zusätzlichen Tag in der Woche, mit Mann und Hundekind gemeinsam, irgendwo draußen zu verbringen. Denn auch der Mann ist jetzt viel mehr zu Hause, als früher und er kümmert sich aufmerksam um die technischen Belange seiner Frau, hilft kompetent bei sämtlichen Angelegenheiten, etwa bei Problemen mit dem Computer oder der Wartung der beiden Öfen. Er ist “mein Mann” für alle Fälle und für alles Grobe, hält mir den Rücken frei, sorgt für unser beider Wohl von Leib und Seele und lässt mich meine Arbeit machen.

Ofenbau mit “Paule”

Mein Freibrandofen verfügt nun deshalb auch seit geraumer Zeit über eine neue Tür, wodurch ein leichteres Beladen ermöglicht wird. Wie der Zufall es wollte, lernte Jörn jemanden kennen, der sich als Fachmann und engagierter Tüftler für solch verzwickte Fälle, wie den meinen, erweisen sollte. Beide Männer setzten sich zusammen und lösten das Problem. Innerhalb eines eigenen Textes werde ich zu gegebener Zeit davon noch detaillierter berichten, wenn nämlich der erste Probebrand „mit Tür“, tatsächlich auch gelungen ist. Derzeit baue ich die Objekte dafür.

Über Langeweile können wir also nicht klagen. Es gibt immer etwas zu tun und für gute Laune sorgt unsere Hündin, die uns stets dazu bringt bei jedem Wetter nach draußen zu gehen; so besuchten wir erst neulich eine Kulturveranstaltung mit Musik im Fläming. Sie bekam dabei gleich eine Lektion zum Thema „Konzertbesuch“ erteilt, wobei dem entgegenkam, dass dies im Freien geschah. Pünktchen benahm sich sehr gut und blieb ruhig und „sang“ auch nicht mit, brauchte daran anschließend jedoch Auslauf, denn stillzusitzen ist noch immer die reinste Zumutung für den kleinen, zappeligen Hund. Und so befanden wir uns alle Drei auch an diesem schönen Tage, mal wieder mitten drin, in einer sommerlich bunten, blühenden Wiese.

Es ist derzeit das Beste überhaupt, was wir tun können, nämlich Kultur mit Natur zu verbinden und das, vorzugsweise im ländlichen Raum. Zu meiner Überraschung pflückte sich auch mein Mann einen Strauß. Eigentlich waren es sogar zwei Sträuße; ein eher „praktischer“, bestehend aus blühendem Dill (für seine Einlegergurken) und ein schöner, völlig „nutzloser“ Strauß. Dabei legte er großen Wert auf Blumen, die auch als „Blumen“ erkennbar sind; Malven in dunklem Violett, Ringelblumen in Orange und Kornblumen in Blau, all das in Kombination mit Dill, was für ein schöner Farbklang! Das hätte ich ihm gar nicht zugetraut! Mein Arrangement war dafür dicker, denn es bestand aus wesentlich mehr “Füllmaterial”, das ich locker und vermittelnd, zwischen die eigentlichen Blumen steckte. Ich mag ja den Borretsch mit seinen vielen Härchen und seinen, mal rosavioletten, mal kräftig blauen Blütensternen – je nachdem wie alt diese sind, variiert nämlich ihre Farbigkeit – besonders gern. Dazwischen arrangierte ich Flohknöterich, Acker-Witwenblume, Johanniskraut und zarteste „Puffärmel“. Die lustigen Blümchen meiner Kindheit, die früher „Teddys Kaffeetisch“ schmückten und eigentlich weniger charmant „Traubenkropfleimkraut“ heißen. Und natürlich durften auch bei mir die aparten, würzigen Dolden von maigrünem Dill nicht fehlen.

Zu Hause angekommen, entließ ich allerhand Sämchen aus meinen Hosenbeinumschlägen, die ich von unserem Flämingbesuch unfreiwillig mitgebracht hatte, hinaus in den eigenen Garten und wer weiß, vielleicht werden sie im nächsten Frühjahr keimen! Während ich hier nun so detailliert über meine euphorisierenden Wiesenbesuche schreibe, kommen Erinnerungen auf und es schieben sich Begebenheiten aus meiner Studienzeit dazwischen, so auch jene, die ich zum Schluss noch erzählen will:

Einige Studenten der unterschiedlichsten Fachbereiche der HGB durften damals, in den 80-igern, nach Tallin reisen. Die Reise war als anspornende Auszeichnung von Seiten der Kunsthochschule gedacht, die auch mir freundlicher Weise zuteilwurde. Wir entschieden uns bei einem Ausflug dazu, Wiesensträuße zu pflücken, um sie an unsere Gastgeber, die uns damals überaus freundlich beherbergten, zu verschenken. Alle befanden wir uns wie im Rausch und pflückten um die Wette … erfreuten uns an den vielen Farben und Formen; diese wunderbar reiche Flora hatte etwas so Üppiges an sich, es duftete um uns herum, das war wirklich ein Erlebnis. Unsere Sträuße sind, jeder auf seine Weise, dann alle wunderschön und einzigartig geworden. Ein jeder hatte seine ureigene Philosophie in seinen Strauß mit eingebunden, in der Absicht, seine künstlerische Eigenart zum Klingen zu bringen! Am Prächtigsten und farblich ganz wundervoll abgestimmt war dann aber nur einer… und der kam ausgerechnet von einem jungen Mann.

Sein Strauß

 

 

 

 

Maren Simon am 3. August 2020

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