ERDE, FEUER und WASSER – RAKUBRAND in Kürze

 

Während all der Jahre, die ich die ursprünglich aus Japan stammende Rakutechnik nun schon anwende, fand ich durch fortwährendes Experimentieren zu eigenen Erkenntnissen und somit zu meiner charakteristischen Handschrift im Umgang mit den Elementen.

Dabei gleicht kein Brand dem anderen.

Das grundlegende Prinzip ist aber immer dasselbe. Hierbei wird die bereits geschrühte und glasierte Keramik auf ca. 1000°C innerhalb eines Freibrandofens erhitzt. Die Glasur hält sich dann wächsern glänzend auf dem glühenden Scherben, was als Indiz dafür gilt, dass das Objekt mit Zangen aus dem Ofen herausgehoben werden sollte, es sei denn, man mag Blasenbildung, was vorkommen und auch gewollt sein kann.
Beim Schwenken an der frischen Luft entwickeln sich in unterschiedlicher Art und Weise die charakteristischen Sprünge und Risse, Krakelees genannt, heraus. Sie können grober oder feinerer Natur sein, oder auch ganz ausbleiben. In einem Behälter mit Deckel befindet sich organisches Material, das sofort Feuer fängt, wenn die heiße Keramik schließlich hier hinein, verfrachtet wird. Mit dem Deckel wird das Feuer erstickt und die Keramik einem Rauchbrandprozess unterzogen. Alle unglasierten Stellen, Sprünge und Risse auf der Keramikoberfläche färben sich während dieser Räucherprozedur – je nach Material – mehr oder weniger schwarz ein.

Zuletzt werden die Objekte mit kaltem Wasser abgespritzt und gesäubert, wodurch auch die Farben zum Leuchten gebracht werden.

Die Bilderstrecke, bestehend aus Fotomaterial verschiedenster Brände zu unterschiedlichen Jahreszeiten, gibt Eindrücke wieder und zeigt in etwa den Ablauf eines solchen Rakubrandes von der Vorbereitung der Objekte, über das Einstellen in den Ofen und den Brennvorgang selbst, bis hin zum anschließenden Räuchern und Wässern der fertigen Plastiken.

Ich allein wäre allerdings mit dem, was ich mir da aufbürde, restlos überfordert. Wenn der Ofendeckel gehoben und die glühend heiße Keramik geborgen wird, schlägt einem die Hitze mit Wucht ins Gesicht. Diese empfindlichen Objekte zu fassen und herauszubugsieren, ohne dass hierbei etwas bricht, ist unter diesen Umständen Schwerstarbeit. Mein herzlicher Dank gilt an dieser Stelle deshalb meinen beiden Männern, Ehemann Jörn und Sohn Carsten Simon, die hierbei jedes Mal 5-7 Objekte von oft mehr als 20, manchmal sogar 35 kg Gewicht, stemmen müssen.